Irbit 03: Ekaterinburg – Irbit

Jetzt standen wir auf dem Flughafen von Ekaterinburg, Gepäck bereits abgeholt und kamen durch die Sperre. Unsere Reisebegleiter erzählten uns der Mann vom örtlichen KGB wäre auch da, wir sollten 50 € geben, damit auch alles klar geht. Wir gaben ihm das Geld und es ging alles klar!

Allerdings glaube ich, das Mitführen einer Hasenpfote hätte denselben Erfolg gehabt!

Die Kollegen führten uns zum Bus, der auf dem Flughafenparkplatz stand. Nach der langen Reise war ich bettreif. Also, Koje entern! Aber der Bus war jetzt 10 Tage auf der Strasse, belegt mit Motorradfahrern die 4500 km gefahren hatten. Ein Geruch, hier würde ich nie Schlafen können!

Also, noch mal über den Parkplatz gepickert, Stefan der Harleyfahrer sagte, dass der Kiosk noch offen sei! Ein Schlafbier tat gut. Zurück im Bus konnte ich doch nur liegen und gespannt auf den Morgen warten.

Endlich rumorte es im Bus, schnell raus aus der Koje und sehen wie der Tag wird, wie das Abenteuer Irbit beginnt!

Am Tag des Sieges 9 war der Bus mit seinem zweirädrigen in Ekaterinburg eingetroffen, schon bei der Annäherung wurde er von Mitgliedern der Ekaterinburg Black Knives, des örtlichen Motorradclubs empfangen. Ich hatte den Eindruck, dass unsere Reisegruppe, mit zünftiger Gastfreundschaft empfangen und zum Teilnehmen an den Siegesfeiern genötigt wurde.

Um den Bus versammelt waren die Motorräder, die sowohl den Weg hin als auch zurück machen sollte. Die Motorräder für den Rückweg standen ja noch im Werk in Irbit. Wir konnten eine bunte Mischung zwei- und dreirädriger Fahrzeuge beobachten!

Fröschl und Stefan waren auf ihren MZ gekommen. Er auf einem TS250 mit Lastenboot, diese MZ war die 12 Jahre vorher nicht bewegt worden.

Fröschl nutze eine ETS 250, wahrscheinlich das am besten geeignete Fahrzeug für diese anspruchsvolle Tour. Erwähnenswert ist noch, dass die Fahrerin am Mittwoch, vor der Abreise am Donnerstag, ihren Führerschein erhalten hat.

Hubert, im Alter von ca. 70 Jahren, war mit seiner Kawa W650 unterwegs, da der Endantrieb seiner mit Dieselmotor ausgerüsteten Dnepr merkwürdige Geräusche machte.

Zu sehen waren außerdem eine DR Big, eine Guzzi mit riesigen SW aus UK, Franky mit seiner BMW GS.

Die meiste Aufmerksamkeit zog aber bei jedem Halt die Harley von Stefan auf sich, eine Road King, die jeder russische Jugendliche gegen seine 350 er Izh eingetauscht hätte. Stefan wollte aber nicht…
Währen dieser Inspektion trafen langsam die Black Knives ein. Sie eskortierten uns nach Irbit. Auch ihre Motorräder wurden angesehen, zumindest die russischen, uns exotisch erscheinenden.

Hier steht eine Polizei Ural hinter einer Solo-Ural die mit Teilen einer 350 er Izh modernisiert wurde. Bei diesem Umbau wurde sogar die Vorderradbremse aktiviert, eine andere Ural mit CZ Cross-Gabel und Scheibenbremse wies keine Bremsleitungen auf. Das hinderte den Fahrer aber nicht im geringsten! Naja, wer Uralbremsen kennt…
Dnepr als Chopper. Ein fahrbares Exemplar, andere furhrem mit Autofelgen und Reifen, wahrscheinlich nur zum Geradeausfahren geeignet.

An diesem Morgen gab es, offensichtlich aus Katergründen, kein Frühstück. Ein Kaffee und erste kurze Kennenlerngespräche mussten reichen.
Endlich waren alle Begleiter eingetroffen, die Motorradfahrer bereit zur Abfahrt. Udo kletterte auf den Fahrersitz seines Roadhotels und die Fahrt ging los. In der ruhigen Art des Kilometermutltimillionärs steuerte er das Fahrzeug, das mir die nächsten Tage und Kilometer Obdach geben sollte.
Vom Flughafen auf die Landstraße nach Irbit führte uns die Abordnung des Motorradclubs. Die Motorradfahrer unserer Gruppe blieben, zumindest bis die Stadt verlassen war, hinter uns. Danach drückten sie mit den schnelleren Maschinen der Russen aufs Tempo und waren bald aus dem Sichtfeld der Busbesatzung verschwunden. Für ca. 160 km blieben sie verschwunden.

Die Landschaft um uns herum bestand zumeist aus weitläufigen Feldern unterbrochen von Birkenwälern.
Ab und an kamen wir durch Dörfer, Baumaterial der Häuser war meist Holz, teilweise sehr alt und klassisch, andere auch mordern im Baustil.
In einer etwas grösseren Ortschaft stand, als Ehrenmal, ein T34 Panzer vor einem gutem Beispiel ruschischer Plattenbauten.
Weiter ging die Fahrt, in der nächsten Kleinstadt wurde eine kleine Pause gemacht, auffällig war die Menge der Uralgespanne die hier vorbeikam. Alle waren sehr langsam und vorsichtig unterwegs, da sie hier kein Spielzeug, Hobby waren, sondern wichtige Transportmittel.
Wir bestiegen wieder den Bus, um den Rest der Etappe nach Irbit hinter uns zu bringen. Der nächste Halt fand dann auch am Irbitzeichen der Überlandstrasse statt. Diese Art Ortschaften anzukündigen fiel uns noch an vielen anderen Orten auf.
Dieser hirstorische, für uns, Moment musste im Bild festgehalten werden!

tbc

2 Antworten to “Irbit 03: Ekaterinburg – Irbit”

  1. Anonymous Says:

    Ich warte schon gespannt auf Teil 3!

    Interessant geschrieben, man erlebt mit!

    LG T.

  2. Anonymous Says:

    die Familie meines Vaters (damals 6), war dort in 1941 deportiert…sie lebten in Holzbraken in Wald…Interessante Fotos

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